Boccia – wenn das blosse Auge nicht mehr ausreicht

Traditionsgemäss findet die herbstliche Mitgliederversammlung jeweils auf der Anlage des Boccia-Clubs Neufeld statt. Ob die staatliche Anzahl Teilnehmer von 17 (trotz Fussball-EM-Qualifikationsspiel Schweiz-England) auf die danach servierte Fleischplatte oder auf das „Chügele“ zurückzuführen ist, konnte nicht erhärtet werden. Tatsache ist, dass die acht Zweier-Teams dem routinierten Turnierleiter Urs Bretscher einen neuen Modus abverlangten. In zwei Vierer-gruppen wurden die Teams alphabetisch ausgelost. Das Ziel war klar: Die langjährigen Sieger Urs Bretscher/Max Füri sollten endlich abgelöst werden.

Die Favoriten Bretscher/Füri strotzten nur so vor Selbstvertrauen und liessen ihre Gegner in der Gruppenphase zu Statisten erstarren.  Keinen einzigen Punkt liessen sie in den drei Partien ihren Gegnern zu und zogen mit dem Skorerverhältnis von 21:0 erwartungsgemäss erneut ins Endspiel ein. Hier trafen Sie auf das mit einer Wildcard gestartete Team Daniel Küenzi/Herbert Lehmann. Diese hatten in den Gruppenspielen Tiefs und Hochs, vermochten aber dank ihrer Nervenstärke jede Partie für sich zu entscheiden.

Das Finale – Spannung pur

Bretscher/Füri stiegen als Favoriten ins grosse Finale und konnten vor dem Spiel bereits einen ersten Sieg verbuchen: jenen der Platzwahl. Doch die taktisch versierten „Wilden“ vermochten einen 0:2 Rückstand in eine 3:2-Führung umzuwandeln. Die Vorjahressieger und Routiniers zeigten erstmals Nerven, derweil die Herausforderer nach einer Top-Phase wieder eine Flop-Phase hatten und 5:6 in Rückstand gerieten und den Sieg im entscheidenden „Game“ abwehren mussten. Bretscher/Füri versuchten es mit einem langen Ballino auf halblinker Position. Doch Fotograf Lehmann hatte die Bahn inzwischen perfekt studiert und hielt der Herausforderung stand.  Einen Punkt sicherte er sich mit der letzen Kugel. Gab es gar einen Zweier? Der Rechenschieber wurde zu Hilfe genommen. Und in der Tat, winzige Millimeter ergaben einen zweiten Punkt und damit den 7:6 Sieg für die Underdogs. Die Ueberraschung war perfekt, der Seriensieger entthront, trotz der starken Vorrunde. Das Oberländer/Solothurner-Duo Küenzi/Lehmann behielt überraschend das bessere Ende für sich.                                                                                                                                                                                           (dkt )

 

Gruppe  Rot: Berger/Rizzo – Blatter/Förster 7:4. Bretscher/Füri – Dähler/Wäfler 7:0. Berger/Rizzo – Bretscher/Füri 0:7. Blatter/Förster – Dähler/Wäfler 7:6. Berger/Rizzo – Dähler/Wäfler 2:7. Blatter/Förster – Bretscher/Füri 0:7.

Schlussrangliste: 1. Urs Bretscher/Max Füri 3 (21:0). 2. Achim Dähler/Alexander Wäfler 1 (13:16). 3. Andreas Blatter/Markus Förster 1 (11:20). 3. Peter Berger/Luigi Rizzo 1 (9:18).

 

Gruppe Blau: Grossniklaus/Schmocker – Jungi/Jungi 2:7. Käsermann/Tschirren – Küenzi/Lehmann 5:7.  Grossniklaus/Schmocker – Käsermann/Tschirren 0:7. Jungi/Jungi – Küenzi/Lehmann 4:7.  Grossniklaus/Schmocker – Küenzi/Lehmann 2:7. 3. Jungi/Jungi – Käsermann/Tschirren 4:7.

Schlussrangliste: 1. Daniel Küenzi/Herbert Lehmann 3 (21:11). 2. Daniel Käsermann/Hans-Markus Tschirren 2 (19:11). 3. Jürg Jungi/Roland Jungi 1 (15:16) 3. Florian Grossniklaus/Martin Schmocker 0 (4:21).

 

Finalspiel: Urs Bretscher/Max Füri – Daniel Küenzi/Herbert Lehmann 6:7

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